Das Kloster Notre Dame in Eichstätt, direkt am Graben gelegen, war einst der Sitz der Augustiner-Chorfrauen. Gegründet wurde die Niederlassung im Jahr 1711 auf Initiative von Maria Anna Charlotte, der Nichte des Fürstbischofs. Der aus Lothringen stammende Orden widmete sich vor allem der Mädchenbildung. Während Benedikt Ettl ab 1712 den Konventbau errichtete, stammt die markante Kirche vom berühmten Barockbaumeister Gabriel de Gabrieli.
Architektonisch besticht die Kirche durch ihre zentrale Rotunde und die raffinierte Lichtführung, die bereits auf spätere Meisterwerke von Balthasar Neumann hindeutet. Besonders sehenswert sind die Stuckarbeiten im frühen Rokokostil von Donato Polli und die farbenfrohen Fresken von Johann Georg Bergmüller, die das Herz Jesu thematisieren. Nach der Säkularisierung verlor das Kloster seine religiöse Funktion; heute wird die sanierte Anlage vom Landkreis Eichstätt genutzt und beherbergt das Informationszentrum Naturpark Altmühltal.



