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Roritzerkapelle

Die Roritzerkapelle im Eichstätter Dom zählt zu den architektonischen Kostbarkeiten der bayerischen Spätgotik. Sie wurde im späten 15. Jahrhundert (um 1470/80) errichtet und dient als Anbau an die Kapitelsakristei im östlichen Teil des Doms.

Ihren Namen verdankt sie der berühmten Baumeisterfamilie Roritzer aus Regensburg. Besonders das Wirken von Matthäus Roritzer hinterließ hier seine Spuren: Die Kapelle beeindruckt durch ein hochkomplexes, filigranes Netzrippengewölbe, das auf engstem Raum eine enorme Leichtigkeit und Eleganz entfaltet. Die präzise Steinmetzkunst der Rippenführungen gilt als Paradebeispiel für die spätgotische Konstruktionslehre jener Zeit.

In ihrer Funktion war die Kapelle eng mit dem geistlichen Leben des Domkapitels verbunden und diente als privater Rückzugsort für Gebet und Liturgievorbereitung. Heute ist sie nach der umfassenden Wiedereröffnung des Doms im Jahr 2024 wieder als Teil des historischen Ensembles erlebbar und zeugt von der Bedeutung Eichstätts als Zentrum spätmittelalterlicher Baukunst.